Jupp zeigt auf seinen Hals. „Drei Adern habe ich, drei!“ Eine Lebensader, die das Blut vom Herz in seinen Kopf pumpt. Eine fürs Kölsch, das vom Mund in den Magen rinnt. Und eine soziale Ader hat der Jupp – deswegen hat er jetzt Cindy am Hals.

Die Gerda kennt Jupp von früher, die hat ja auch lange in der Severinstraße gewohnt. Gestern rief sie an. Ob er, nur kurz, nur übergangsweiße, ob er jemanden, also wirklich nicht für immer, ob er… „Sag doch!“ Jupps Hände erwürgten fast das Telefon. „Was denn?“

Am Morgen steht sie vor der Tür, Cindy, und Jupp beherbergt sie. Nur kurz, nur übergangsweiße. „Cindy, das ist eine ganz Jecke! Die ist immer schwarz verkleidet, aber das ganze Jahr.“ Jupp schüttelt mit dem Kopf, als ihn seine Kollegen über die neue Mitbewohnerin ausfragen. „Und die Arme! Aufgeritzt, kaputt wie eine Hauswand aus’m Kosovo.“

Wird Dennis in die Gothic-Bar gehen?

Wird Dennis in die Gothic-Bar gehen?

Jupp kommt heim, da sieht er, wie Cindy mit seinem Sohn Dennis spricht. „Ich arbeite in einer Gothic-Bar, willste mal sehen? Aber vorsicht, is‘ dunkel da.“ Dennis überlegt nicht lange: „Bin ich dabei!“

Die Leser sagen es deutlich: Wer sich in alternativen Szenen nicht auskennt, wird nie im gehobenen Mainstream ankommen. Auch Schröder hatte schwarz gefärbte Haare. Jupp darf Dennis nicht die Zukunft verbauen. Go Gothic, Dennis! Deutlich = 79% bzw. 30 Stimmen.

Foto: Dank an wildhullabaloo

Advertisements