Heute abend kann Tina bleiben, wo der Stefan wächst. Marc tanzt. Okay, ehr so innerlich, wirklich tanzen tut er nicht. Aber seine Augen sprühen vor Lebenslust, er blinzelt – doch nicht, sie sprühen doch nicht, sie schimmern stumpf. Marc sitzt an der Theke und sein Deckel ist voll. Marc auch.

Laura und André haben ihm das Paradies gezeigt. Die Straße runter, auf der Ecke: Uschi’s Treff. Innen sitzt die Crème de la Crème du Précariat und säuft. Korn nullneunzig, das heißt viel ALK für ALG II. Über dem Billard-Tisch schwebt eine Rauchglocke, auf dem Tisch ist ein Fleck. Jemand hat Kürbissuppe verschüttet, oder Kürbissuppe, die schon kurz im Magen war. Wer weiß das schon.

Marcs Ersatz für Tina hat elf Prozent Stammwürze. Seinen Hass auf Stefan, Tinas neuen Macker, seinen Hass auf seine alte Schule, seine Lehrerkollegen kühlen zehn Grad. Und seine Furcht vor der neuen Stadt dämpfen fünf Prozent. Marc trinkt Kölsch.

Uschi stellt ihm noch eins hin. „Pass auf, da ist Kohlensäure drin. Verschluck dich nicht!“, sagt die Wirtin, als Marc das Kölschglas hochreißt wie ein Olympiasieger seine Hantel. Eigentlich sollte die Kneipentour hier erst anfangen. André beugt sich an Lauras Ohr. „Nichts gewohnt“, flüstert er. Laura linke Augenbraue hebt sich, sie schürzt die Lippen, ihr Nicken bringt ihren Busen in Bewegung. An der anderen Seite des Tresens fällt ein geiler Bock vom Barhocker. „Marc ist voll wie die Innenstadt in der Vorweihnachtszeit. Und das nach fünf Kölsch“, seufzt die Blondine. „Was machen wir jetzt?“

Was sollen wir nur von unseren Lesern denken? Sie wünschen sich, dass Andrés Wünschelrute ausschlägt, er solle gar in Marcs Goldmine graben! 37 Stimmen für diese Variante. Aber Laura soll auch ran, sagen 34 Votes. Was geschieht also?

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