Yves schiebt sich die letzte Pommes in den Mund. Die halbe Wurst und der größte Teil der Möhren liegen noch auf seinem Teller. Aber Yves ist satt. Und zufrieden. Dass ihn alle Studenten anstarren wie einen Eskimo in Afrika, stört ihn nicht so sehr. Das Essen in der Mensa war nach seinem Geschmack, viel Pommes, dazu Wurst und wenig Gemüse. Diesen koreanischen Scheiß von Jeong wollte der Wunderknirps Yves nicht mehr essen. Seitdem der schlitzäugige Frosch zu ihm und seinem Ziehvater gezogen ist, kocht er jeden Abend für die beiden. Werner findet das super. Yves könnte kotzen. Reis mag er nicht. Gewürze braucht er nicht. Und koreanisches Gemüse will er nicht. Deshalb hat er seine Spardose in seinem Mickey-Mouse-Rucksack verstaut und Reißaus genommen. Ab zur Uni. Zum Glück hat die Mensa jetzt auch abends geöffnet.

Yves lehnt sich zurück, seine Hände auf seinen kleinen, rundlichen Bauch gelegt, und guckt sich um. „Hey Kleiner! Suchst du deine Mama?“, blökt ihn ein Student an, während er grinsend mit dem Finger auf ihn zeigt. Seine Freunde lachen. Einer von ihnen, ein bärtiger mit Brille, kriegt sich vor Lachen gar nicht mehr ein und verschluckt sich an seinem Kaffe: „Hast du dich in der Tür vertan? Der Kindergarten ist da hinten!“ Er wedelt mit seinem Arm Richtung Ausgang. Jetzt starrt die ganze Mensa ihn an, die meisten hatten ihn noch gar nicht bemerkt. Immer lauter wird das lachen und immer mehr Rufe erfüllen den Raum. Kind. Kind. KIND! Yves flieht. Das Dröhnen der Stimmen immer in seinem Ohr. Er prescht durch die Tür.

Draußen ist es inzwischen kalt und dunkel. Und der Weg nach Hause ist weit. Außerdem spürt Yves ein Ziehen in seinem Bauch und ein leichtes Stechen noch darunter, in seiner Blase. Yves muss mal. Was soll er nur tun? In die Mensa kann er einfach nicht zurück, da wird er nur ausgelacht. Yves kämpft gegen die Tränen an. Plötzlich bremst neben ihm ein Auto. Die Fensterscheibe wird langsam nach unten gekurbelt. Ein schrilles  Gesicht erscheint: „Hi, ich bin André. Und du, kleiner einsamer Mann, steigst jetzt mal gaaanz schnell bei mir ein! Es ist doch schon spääät und gefääährlich!“ André blickt auf Yves hinunter, mit dem Zeigefinger tippt er sich nervös auf die roten Lippen. „Ich weiß nicht…“, stammelt Yves. Wisst ihr´s?

Die Leser haben entschieden: Yves soll in den Wagen von André einsteigen, damit er sich nicht in die Hose macht

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