Yves zittert, seine Beine fühlen sich taub an. Scheiss Gefühlsdependenz, denkt er. Das kann doch nicht wahr sein. Ich habe ein Riesengehirn, kann meine Gefühle aber nicht kontrollieren. Daran muss ich echt arbeiten. Doch moment mal, wo ist eigentlich der Kindersitz? Also es ist zwar vielleicht schon riskant bei nem Fremden einzusteigen, aber ohne Kindersitz? Ich bin doch nicht verrückt. NEEE, danke.

Der Mann im Auto trommelt ungeduldig mit seinen Fingern auf das Lenkrad. „Hör mal zu, Junge. Bis vor drei Stunden war ich noch total besoffen. Ich kann mich nicht mehr dran erinnern, was überhaupt passiert ist gestern. Die Erinnerung kommt erst so langsam wieder. Ich war in nem Taxi, hab mich unterhalten. Und ich hab auch echt besseres zu tun, als hier rumzustehen. Also kommst du jetzt mit oder bleibst du hier stehen und pisst dich ein?“ Wow, die Predigt hat nicht mal drei Sekunden gedauert. Der ist echt sauer. Yves schaut nach links, nach rechts, vielleicht kommt ja noch jemand anders vorbei, oder ein Dixieklo vom Himmel gefallen…Nein, nichts. Hm, na gut safety last, rein in die Karre. Wenn ich sterbe, habe ich immerhin vier schöne Jahre gehabt. Gebt mir noch zwei Jahre mehr und ich hab den Nobelpreis in Biologie: Der erste Mensch, der seine Gefühle mit seinem riesigen Gehirn kontrollieren kann. Wahnsinn!!!

Plötzlich rast das Auto los, Yves steht allein in den Abgasen und hustet. Mist. OH NEIN —–jetzt ist die Hose nass. Immerhin ist das nicht im Auto passiert. Der Kerl hätte mich kalt gemacht.

Doch kommen da nicht Werner und Jeong um die Ecke? Wie sind die nur auf die Idee gekommen dass Yves bei der Uni ist ? Was soll Yves nun tun?

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