Schwarz, Rot, Schwarz, Schwarz, Weiß, Schwarz, Rot, Rot… Dennis nimmt nur noch Farben wahr. Und nicht mal dabei könnte er sich festlegen. Schwarz. Rot? Schwarzrötlich? Braun? Nein, eher dunkelrot. Oder hellschwarz. Gibt es nicht irgendein Wort dafür? Egal, dunkel halt. Alles ist dunkel hier. Nur die Gesichter sind weiß. Oder nur eins, und das gibt es mehrmals? Er weiß es nicht, kann es nicht wissen, alles dreht sich.

Ein unheimliches Kaleidoskop, untermalt von einem stetigen Dröhnen. Es könnte der Bass sein. Oder sein Kopf, der hämmert. Oder die Straßenbahn draußen. Draußen, ja draußen war noch alles in Ordnung. Er kam mit Cindy, das weiß er noch. Cindy, die nun bei ihnen zuhause lebt und hier arbeitet. Die irgendwie abgedreht und seinem Vater nicht geheurer ist. Und die er deshalb noch ein bisschen interessanter findet. Ja, mit Cindy kam er. Die Bar wollte sie ihm zeigen. Und kaum waren sie drinnen, war Cindy weg. Dafür hat ihn eine dunkle Gestalt mit viel Metall im Gesicht zu sich an die Bar gezogen und ihm ihr Glas und eine düstere Darstellung der ihrer Meinung nach nahenden Apokalypse angeboten. Jetzt weiß er, dass er das Zeug besser nicht getrunken hätte, wenn er auch nicht weiß, was er getrunken hat. Er würde gerne aufstehen, aber er hat Angst, in das schwarze Loch des verwirrenden Kaleidoskops gezogen zu werden. Unsanft wird er plötzlich von hinten angestoßen. „Und, wie gefällt es dir?“, ruft Cindy, die eine Flasche Vodka in der Hand hat, gegen das Dröhnen an. Dennis, der Mühe hat, nicht von dem sich drehenden (oder sich doch nicht drehenden??) Barstuhl zu fallen, schaut mit benebelten Augen zu Cindy auf.
„Was hast du dir denn andrehen lassen?“ Angestrengt starrt Dennis Cindy an, bis er sie endlich erkennt. „Ich…“

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