Yves zieht sich die Hose über den Kopf. Puuh, das stinkt aber. Schlimm, dass er klüger als Werner und Jeong zusammen ist und sich manchmal trotzdem wie ein Kleinkind benehmen muss. Dabei hat er sich doch noch nie in die Hose gemacht! Schon als Neugeborener konnte er Bescheid sagen, wenn er mal musste.

Aber es war ja auch keine Rettung in Sicht. Zur Not wäre er sogar auf ein Dixie-Klo geklettert, aber weit und breit kein blau-weißes Häuschen.
Werner und Jeong bleiben vor Yves stehen. Den beschleicht das ungute Gefühl, dass seine Taktik nicht so ganz aufgegangen ist. Hm, also, wenn er die Hose über den Kopf zieht, dann kann man ihn ja nicht erkennen. Die anderen von draußen sehen also nur einen kleinen Jungen, der eine bepinkelte Hose auf dem Kopf hat. Um die Uhrzeit sind wohl auch nicht mehr sooo viele Kinder unterwegs. Und schon gar nicht in der Nähe der Uni. Verdammt, er wurde durchschaut.
Werner packt Yves und hievt ihn auf seine Arme: „Iffes, was machst du denn für Sachen?“ Jeong schaut angeekelt auf Yves Hose, die Werner dem jetzt vom Kopf zieht. Yves ist nicht begeistert. Erst wird er so gnadenlos enttarnt und dann auf dem Arm getragen, wie ein Paris Hilton-Schoßhund. Das ist Entwürdigung pur.
Werner stellt Yves auf den Boden, um die Hose in eine Plastiktüte zu packen. Und nun steht er da und kann nicht anders. Weglaufen brächte ja auch nichts. Da muss er jetzt durch. Ein paar Studenten aus der Mensa gehen vorbei und lachen Yves aus. Kein Wunder, wenn man ohne Hosen mitten auf der Straße steht.

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