„Herzlich willkommen“, sagt der Schuldirektor mit lauter und tiefer Stimme. Mit einem kräftigen Händedruck begrüßt er Marc. So kräftig, dass es Marc weh tut. Und dann sind da schließlich noch seine Kopfschmerzen, gegen die keine Aspirin der Welt mehr zu helfen scheint. Es hämmert nur so in seinem Schädel. „Sie sehen sehr nervös aus, fühlen Sie sich gut?“, fragt sein Chef und begutachtet Marcs zittrige Hände. Gut, dass der Schulleiter den Zustand dem Lampenfieber vor der ersten Unterrichtsstunde zuschreibt, denkt sich Marc. Immerhin konnte er auf dem Weg zur Schule seine Alkoholfahne noch mit einer Packung Fisherman’s Friend erfolgreich bekämpfen.

Den Deutschunterricht in der siebten Klasse bringt Marc ganz passabel über die Bühne. Aber diese pubertierenden Jugendlichen! Ständig diese Unaufmerksamkeit, nur dummes Zeug haben die im Kopf! Das kann er in seinem jetzigen Zustand nicht gebrauchen. Aber da gibt es doch eine prima Lösung: In Geschichte lässt er die Quälgeister einfach in Gruppen an Aufgaben arbeiten, so lange, bis die Stunde zu Ende ist. Endlich Ruhe!

Gefühlte fünf Minuten später erschrickt Marc und fährt auf. Was ist das denn? Die schrille Schulklingel beendet den Schultag. Mist! Das kann doch nicht wahr sein! Er muss eingeschlafen sein. Vor all den Kindern. Sitzend, mit dem Kopf auf dem Lehrerpult. Aber für wie lange? 45 Minuten dauert eine Schulstunde, er hat den Kindern am Beginn eine kurze Einweisung in die Gruppenarbeit gegeben. Das muss über eine halbe Stunde gewesen sein, die er verpennt hat. Hoffentlich erzählen die Kinder nichts!

„Das geht ja gut los mit Ihnen!“, schreit der Direktor und stürmt auf Marc zu wie die Polizei auf Verbrecherjagd. „Was haben Sie sich dabei gedacht? Warum laufen die Kinder während Ihres Unterrichts auf dem Flur herum und machen Krach? Ihre Kollegen haben sich beschwert!“

Was würdet ihr an Marcs Stelle nun tun?

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