„Was ist nun?“, tönt die tiefe Stimme weiter. Marc weiß immer noch nicht genau, ob ihm Kater oder Direktor mehr zu schaffen macht. Er überlegt kurz: bewusstlos stellen? Dabei gekonnt auf den Boden fallen und die Zeit zum Überlegen nutzen?

Aber nein, da kommt DIE Idee! Marc reißt sich schnell zusammen, jetzt zählt nur eins: Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit!

„Herr Direktor“, klingt es ruhig und sachlich. „Natürlich läuft das nicht jeden Tag so ab. Ich habe die Schüler gefragt ob sie lernen oder rumtoben wollen, eine Grundsatzfrage, ganz exemplarisch aufgebaut; die Wirkung zeigt sich morgen. Denn dann werde ich den Rowdies zeigen, was sie angerichtet haben. Durch ihr Auftreten wurde das ganze noch perfektioniert. Für heute wissen diese Kinder, dass sie etwas Schlimmes angestellt haben. Und nach meiner mehr als deutlichen Ansprache morgen – ist Ruhe für dieses Halbjahr!“

„Eine Art Schocktherapie oder was soll das bitte sein?“, entgegnet der Direktor mürrisch.

„Ganz genau!“ weiß Marc. Gut, eigentlich weiß er das nicht. Er überlegt gerade selbst noch was er eigentlich gesagt hat und wie er darauf gekommen ist.

„Na prima!“ freut sich der Direktor: „Die Methode gefällt mir! Und wissen Sie was: Ich werden morgen bei ihrer Ansprache dabei sein und sie unterstützen. Diese Klasse ist sowieso schon mehrfach negativ aufgefallen.“

Marc grinst verzweifelt. Achtung, Kinnlade fällt! Ja doch, spätestens jetzt ist jegliche Sicherheit verflogen. „Klar, ich freu mich.“

Wo hat er diesen Satz hergeholt? Hat er überhaupt gemerkt was er gerade gesagt hat? Ah, jetzt. Er nimmt seine Tasche, saust am Direktor vorbei nach draußen. Das „Also 8:45 morgen früh, am besten Sie holen mich in meinem Büro ab“ nimmt er nicht mehr wahr. Marc will nur noch nach Hause.

Aber was soll er morgen tun?

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