Zwölf Kandidaten hatten sich um die Teilnahme an der Soap „Unser Veedel“ beworben – in einem  hochspannenden Casting wurden die neun Protagonisten ausgewählt, die mitspielen. Die Ergebnisse der Abstimmung gibt es hier. In den folgenden WGs leben die neun zusammen:

Die „Familie“:
Hausmeister Werner: Großhirn des Hauses
Yves: Wunderkind mit Plastik-Bagger
Und zur Untermiete: Jeong Woo: Der Student im Froschkostüm

Die WG:
Laura Wagner: Industriekauffrau mit Traumkörper
André: Die Krankenschwester mit der Wünschelrute
Marc, 35: Will in Köln den Neubeginn

Die WG über „Uschis Treff„:
Cindy, 22: Fetisch-Model mit zweitem Standbein
Jupp Schmitz: Fuffzich Johr und us Kölle
Dennis: Schwätzer, aber sympathisch!

Leider ausgeschieden sind:
Anne-Lise: Sorglose Seniorin (mit Sex-Appeal)
Holger Stein: Hochstapler mit Hochglanzfrisur
Ursula Tannen: Studentenmutter mit Herz (und schwachen Nerven)

Jeong Woo: Der Student im Froschkostüm

Jeong Woo kam vor drei Semestern als Austauschstudent von Südkorea nach Köln. Seitdem kann er sich ein Leben ohne Köln nicht mehr vorstellen. Und Köln kann sich ein Leben ohne Jeong nicht mehr vorstellen: Der 22-jährige Student ist weit über die Grenzen der Stadt bekannt, er ist so etwas wie eine Attraktion. Jeden Nachmittag schlüpft er in ein grünes Froschkostüm, hängt sich die Werbetafel eines Stoffgeschäfts um den Hals und lässt sich auf der Schildergasse von dicken Touristen-Kindern ärgern. Ein richtiger Scheißjob.
Das hart verdiente Geld versäuft Jeong am Abend. Die Stammkneipe ist das Wohnzimmer eines jeden Kölners, das hat er schnell verstanden. Auf sein Frosch- und Thekendasein lässt Jeong sich aber nicht gerne reduzieren. Er kann noch viel mehr, sagt er immer. Er kann: Südkoreanisch, kochen, putzen, lesen, schreiben, rechnen, Handstand, Staubsauger reparieren, Pflanzen gießen und – darauf ist er besonders stolz – im Stehen schlafen. Damit hat er schon mehr als eine Frau beeindruckt. [ Seitenanfang | Jeongs bisherige Auftritte ]

Laura Wagner: Industriekauffrau mit Traumkörper

Ein Meter achtzig groß, schlank und Körbchengröße D – das bin ich, Laura Wagner, 21 Jahre alt, gutaussehend und der Schwarm aller Männer. Nein, ich bin nicht eingebildet. Ich habe nur ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Übrigens, so ein Traumkörper macht das Liebesleben, auch wenn man das meinen würde, nicht unbedingt leichter. Im Gegenteil. Ich habe immer nur Pech.
Ich werde von den Männern verlassen, betrogen und hereingelegt. Mein letzter Freund war ein Arschloch. Gut im Bett, okay, wenigstens etwas, aber ein Arschloch. Der davor war ein Muttersöhnchen. Und Einzelkind. Dreier BMW von Mutti zum 18. Geburtstag und so. Nicht zum aushalten. Naja, und generell, wenn ich einen Mann kennenlerne, dann guckt der natürlich immer direkt auf meine … Augen. Ihr wisst schon, welche Augen ich damit meine. Das nervt. Ich habe sogar schon über eine Brustverkleinerung nachgedacht. Man kriegt eh nur Rückenschmerzen von den Dingern.
Nochmal zu den Männern: Ich habe gerade meine Ausbildung zur Industriekauffrau in Köln angefangen und ein Kollege ist ja so süß. Eigentlich überhaupt nicht mein Typ. Er ist groß, blauäugig und blond und trotzdem einfach total toll. Und er ist Finne. Ich bin begeistert, hin und weg. Mal sehen, was daraus wird, schließlich flirtet der Gute schon fleißig mit mir. Wie alt er wohl ist? Und hoffentlich hat er keine Freundin! Diesen Dingen muss ich auf den Grund gehen.
Ich bin wegen der Ausbildung nach Köln gezogen. Habe eine tolle neue Wohnung und eine kleine Katze, die heißt Mieze. Leider ist die Miete recht hoch und ich muss einen Tag am Wochenende immer im Café arbeiten. Das ist wirklich verdammt anstrengend. Aber von meinen Eltern kann ich leider keine Hilfe erwarten. Obwohl sie wirklich nicht zu wenig Geld haben. Mein kleiner pubertierender Bruder ist auch mehr Belastung als eine Hilfe. Ich bin gespannt, wie sich mein neues Leben hier in Köln entwickeln wird. Seid ihr das nicht auch? [ Seitenanfang | Lauras bisherige Auftritte ]

André: Die Krankenschwester mit der Wünschelrute

Na bitte, gestählte, gebräunte Arme, die schönsten heute! Die knackigsten! André läuft herbei – so viele Muskeln, wo soll man denn da nur die Adern finden?
Tatü-Tata! Adern suchen, Adern zum Reinstechen und Blut abzapfen – ein Traumjob für André! Heiß! Heiß! Der junge Mann arbeitet im Blutspendezentrum, quasi die Krankenschwester, die sich stets um das Wohlergehen der Spender kümmert. Ein paar Euro für einen halben Liter Blut – nettes Nebeneinkommen für die Spender, ein Herrenparadies für unseren Paradiesvogel André. GEIL!
Der Typ mit den starken Oberarmen ist Bankmitarbeiter oder Bandenkrieger, so genau hört André nicht zu. Jetzt fühlt er erstmal nach, ob diese Arme zur Spende taugen. Tun sie! Tolle Adern hat der Bankenkrieger, am liebsten würde André ihm einen Kuss aufdrücken. Keine Angst, er kann sich beherrschen, wäre ja unprofessionell, wenn die Wünschelrute während der Arbeitszeit ausschlüge.
Pfui! Dann lieber das Motto aus der Bierwerbung: Nur gucken – nicht anfassen! Der Kandidat schlurft aus dem Raum. André ist scharf wie eine gewetzte Messerklinge. HORMONE! HORMONE! Er braucht erstmal einen Kaffee. KAFFEE! KAFFEE! [ Seitenanfang | Andrés bisherige Auftritte ]

Marc, 35: Will in Köln den Neubeginn

Gleis 3 am Kölner Hauptbahnhof war wie leergefegt, als er den Bahnsteig betrat. Mit ihm stiegen noch drei oder vier andere Reisende gähnend aus den Wagons. Über ihm lag das graue Dach des Bahnhofs, weiter entfernt ging irgendwo die Sonne auf.
Seine Abreise aus Hamburg war spontan gewesen, dementsprechend wenig Gepäck hatte er dabei. Er lief durch die Bahnhofshalle, wo Manager in Nadelstreifen und Maßschuhen zu ihren Zügen hetzten und Penner mit Einkaufwägen damit beschäftigt waren Bierflaschen einzusammeln.
Nicht anders als daheim, dachte er. Trotzdem, es war die richtige Entscheidung gewesen.
Der Unterricht, die Kollegen, die ganze Schule hatte ihn am Ende nur noch angekotzt. Dabei hielt er sich für einen einigermaßen passablen Lehrer. Als dann auch noch die Trennung von Tina dazugekommen war, wusste er, dass er etwas ändern musste. Und wo könnte ein Neubeginn besser gelingen als in dieser Stadt.
Oder war das eine Illusion, der er verfallen war? Mit 35 noch mal neu anfangen, wo seine Freunde schon längst geheiratet hatten und sich am Nachwuchs erfreuten? Aber was blieb ihm anderes übrig.
Er verließ den Bahnhof und atmete die kalte Morgenluft ein. Es fühlte sich gut an. Aus seinem Rucksack kramte er die Wegbeschreibung zu der WG bei der er sich heute vorstellen konnte. Er blickte auf die Uhr. Es war noch genügend Zeit, um etwas durch die Innenstadt zu schlendern.
Er nahm eine Zigarette aus der Schachtel und suchte nach einem Feuerzeug in der Hosentasche. Als der Rauch in seine Lungen strömte, machte sich ein wohliges Gefühl in ihm breit. Er schloss die Augen. Heute konnte sein neues Leben beginnen. [ Seitenanfang | Marcs bisherige Auftritte ]

Hausmeister Werner: Großhirn des Hauses

Auf Werner muss man warten, wenn man was will. Er ist Hausmeister aus zäher Leidenschaft, kann alles und nichts richtig und fällt wie ein Uhrwerk pünktlich zum Monatsanfang aus. Dann ist Werner wieder flüssig und feiert das in der Eckkneipe gegenüber. Mit Mitte 50 sieht er zehn Jahre älter aus. Seine Augenringe könnten Kinder zu Tode erschrecken, seine Stimme auch und die Hakennase erst recht. Er hat ein Gesicht das Kinder malen können, sogar ohne Farbe, denn die hat Werner nichtmal in seinen Augen, die tiefschwarz sind. Er ist der Typ, der immer so höflich wie gerade nötig ist, aber Unhöflichkeit nicht verzeiht. Der viel sagt und es genauso meint. Der die Welt in Extreme versimpelt und das Leben auch.
Werner ist das kleine Großhirn des Hauses, weiß alles und vergisst nichts. Wer ihn einmal als Feind hat, kann daran nichts mehr ändern. Und muss damit leben, dass Werner seine Lindenberglippen zum Lagerfeld Mundwerk spitzt und lästert, lästert, lästert.
Dann ist Werner Weltklasse. Ansonsten eine dröge, selbstgerechte Schnecke. [ Seitenanfang | Werners bisherige Auftritte ]

*Ausgeschieden* Anne-Lise: Sorglose Seniorin (mit Sex-Appeal)

Anne-Lise ist verwitwet und 82 Jahre alt, aber für ihr Alter noch sehr fit. Zweimal in der Woche spielt sie Golf in dem noblen Golf-Club in Marienburg. Außerdem spielt sie Bridge und Canasta, jeweils mit unterschiedlichen anderen betagten (und meist sehr reichen) Damen, die sie alle seit mehreren Jahrzehnten kennt. Mindestens dreimal im Jahr verreist sie, häufig sind es Kreuzfahrten, sonst noble Hotelanlagen im Süden, natürlich immer mit eigenem Golfplatz. Ihre beiden Söhne sieht Anne-Lise regelmäßig, obwohl beide von ihrer Art genervt sind.
Jeden Tag beginnt Anne-Lise mit einem Glas Champagner und beendet ihn mit einer halben Flasche Rotwein, die sie vor dem Fernseher leert. Sorgen hat sie nicht, sowohl sie als auch ihre Kinder sind bestens versorgt und abgesichert. Dennoch ist rastlos, wenn es darum geht, andere Leute für sie zu gewinnen. Ständig gibt sie mit ihren vielen Reisen und ihrem Geld an, wobei sie die meisten Geschichten zehnmal erzählt. Sie ist charmant und war einmal gutaussehend, ist aber unübersehbar oberflächlich. In ihrer großen Verwandtschaft nimmt man sie nicht ernst, weiß man doch, dass sie all ihr Vermögen nur ihrem verstorbenen Mann zu verdanken hat. [ Seitenanfang ]

Cindy, 22: Fetisch-Model mit zweitem Standbein

Die Fingernägel? Ja, die sind meistens schwarz. Hab grade wieder ’ne ganze Stunde damit zugebracht, die zu lackieren. Das ist meine Art des Müßiggangs. Ich hoffe, die schmutzigen Teller und die ganzen Klamotten stören euch nicht. Hab’s nicht so mit dem Aufräumen. Sagt mal, wie spät ist es? Halb acht. Gut. Muss nämlich halb neun in der Bar sein. Ist so ’ne Gothic-Bar. Den Job mach ich, bis ich was Besseres finde. Nein, so viel wirft der nicht ab. Hab natürlich noch ein zweites Standbein. Ist ja nötig heutzutage. Am Wochenende bin ich Model und fahre zu Shootings in ganz Deutschland. Mode? Sehe ich etwa so aus? Nein, nein. Ich bin Fetisch-Model. Vielleicht kennt ihr mich ja aus dem Internet. Weiß ja nicht, ob ihr darauf steht, SM und Bondage und so. Ach was, erniedrigend. Ich steh da total drauf, sonst würde ich es doch nicht machen. Gibt außerdem gutes Geld!
Stört es euch, wenn ich mir nen Joint rolle? Ich brauch das vor der Arbeit. Sonst halt ich das nicht durch. Was starrt ihr die ganze Zeit auf meinen Arm? Fragt euch bestimmt, wo die ganzen Narben herkommen, aber traut euch nicht zu fragen. Zum Kotzen, dieser geheuchelte Anstand. Ist gar nicht so spannend. Ich war ’ne Borderlinerin früher. Ja, genau, das sind die, die sich selbst verletzen. Den ganzen Oberarm hab ich mir aufgeritzt. Das hatte die alte Hexe davon, dass sie mich ins Heim gesteckt hat.
Einen Freund? Nein, habe ich nicht. Den letzten hab ich in die Wüste geschickt, nachdem er meinte, ich hätte nen Knall. Verrückt hat er mich genannt. So ein Arschloch.
So, war nett mit euch. Ich muss los. Wir sehen uns bestimmt bald wieder. Lasst einfach von euch hören! [ Seitenanfang | Cindys bisherige Auftritte ]

*Ausgeschieden* Holger Stein: Hochstapler mit Hochglanzfrisur

Gestatten: Stein. Holger Stein. Sie brauchen einen Gebrauchtwagen? Dann sind Sie bei ihm garantiert an der falschen Adresse, es sei denn, Sie interpretieren einen durchgerosteten Auspuff als „Tuningzubehör“.
Holger lebt gerne schnell und vergisst schon mal, was er seinem besten Freund gestern noch versprochen hat. Nun gut, um bei der Wahrheit zu bleiben: Holger hat gar keine echten Freunde, denn die wenigen, die er hatte, zog er beim Pokern im Hinterstübchen von „Schäfer’s Eck“ über den Tisch. Seitdem steht auch Schulfreund Achim’s Volvo in „Stein’s Motorparadies“, natürlich mit 100.000 Kilometer weniger im Zähler, denn „jeder muss schließlich selbst schauen, wo er bleibt“. Holgers Schwäche sind neben dem Glücksspiel schöne Frauen. Sie erliegen reihenweise Holgers Hochglanzfrisur und seinem eloquenten Redefluss, der stets hinter Schwaden billigen Zigarrenrauchs hervorquillt. So sieht es zumindest Holger selbst, der mit dieser Auffassung relativ alleine ist. Das restliche Universum begegnet den Auführungen seiner amurösen Abenteuer, die er sich aus Groschenromanen zu eigen macht, mit höflicher Ignoranz und der Hoffnung, Holger möge bei seinen krummen Deals einmal an einen richtigen Ganoven geraten. [ Seitenanfang ]

*Ausgeschieden* Ursula Tannen: Studentenmutter mit Herz (und schwachen Nerven)

Ursula Tannen ist Hausmeisterin. Im Wohnheim Melaten kümmert sich die 53-Jährige fast mütterlich um alle 32 Studenten. Doch wenn jemand sein Fahrrad quer über den Fußweg gestellt hat, kann sie sauer werden: „Da hat ja wohl mal wieder jemand einen Blackout gehabt.“ Ihre Entrüstung zeigt sie jedoch so nett, dass man sich ein Lachen nur schwer verkneifen kann. Herrenlose Gegenstände, die auf den Fluren des Wohnheims stehen, beklebt sie mit Zetteln und fragt etwa: „Wem gehört dieser Sessel?“. Findet sich jedoch auch nach Wochen kein Bewohner, dem der Sessel oder im Waschraum liegende Kleidung gehört, spendet sie alles dem Kinderhilfswerk.
Frau Tannen wohnt im „Melaten“ in der Dachwohnung im fünften Stock. In letzter Zeit duscht ein Unbekannter regelmäßig um 2 Uhr in der Nacht ein Stockwerk unterhalb und stört damit Frau Tannens Nachtruhe. Den Unbekannten konnte sie jedoch noch nicht stellen und identifizieren. In einer Rundmail beschwerte sie sich vor einer Woche zu Recht über den Zustand des Kühlschranks: „Von den Dingen, die ich aus diesem Kühlschrank hervorgeholt habe, hätte man eine Ausstellung machen können! Komplett durchgeschimmelte Salatköpfe, abgelaufene Joghurts, Gurkengläser von anno dazumal – und eine Sechserpackung EierSCHALEN…“ Wie gesagt: Frau Tannen sieht alles, hört alles, weiß alles.
Sie leiht aber auch jedem Bewohner gerne ein dringend benötigtes Bügeleisen oder einen Hammer aus.
Außer ihrer Leidenschaft im Wohnheim für Ordnung zu sorgen, hat sie ein Herz für Katzen. Zwei große Kratzbäume reichen in ihrem Wohnzimmer bis an die Decke. Der Küchentisch musste einem Katzensofa weichen und für ihre Lieblinge gibt es kein Essen aus der Dose, sondern fein gekochte Leberpasteten oder Käsehäppchen. [ Seitenanfang ]

Jupp Schmitz: Fuffzich Johr und us Kölle

„…und jetz nur noch dat Dschackett. So, fettig. Kontrollblick, oben ahnjefange: Hemd – sitzt. Krawatt– sitzt. Dschackett – sitzt.Botz– sitzt auch. So, ich bin parrat. Dann kannet ja losjeen.
Ah, Moment: Socken! Wenn ich esu an mir errunter luur, seh ich Socken. Da sollten äver Schuh sing! Langsam jebückt. Ooouu…dress Kopping! Esu. Jetz. Schuh sing uch jeschnürt.
Dann mal los, ich bin spät draan.
Ah jo, ihr kennt misch ja jar nit. Isch bin Jupp Schmitz, fuffzich Johr alt und us Kölle! Un zwar jebürtisch! Net esu en Imi!
Mer han jrad övrigens acht Uhr moijens. Furschtbar, sach isch üch, furschtbar. Ming Schef, dä fiese Möpp, will misch seit jenau jetz in dä Firma sehn. „Termin mit Externen“, sähter. „Mit Düsseldorfern“, sähter! Uner säht uch: „Herr Schmitz, denken Sie daran, dass Sie unsere Firma repräsentieren!“ Isch versteh dat nit. Wat soll isch do repräsentiern? Focht kennt doch jeder, selbst de Puppeköppe us D-Dorf kenne Focht! Naja, määste nix.
Dat heißt also, jetz muss isch den spießijen Düsseldorfern in dä Asch kreeche! Naja, su lang de D-Dorfer nach Kölle kumme, soll mir dat ejal sing….
Isch han misch dann mal in minge Aaanzoch rinnjeschmisse, wejen de Repräsentieren. Dat letzte Mal, dat ich den jetrachen han, lasst misch överlegen, wann war dat denn? Jo, dat muss bei Pitter sing Hochzick jewesen sin.
Pitter sing Hochzick, jo, dat wor ne jeile Sache. War an Ruusemuundach und mir sing nach dä Kirsch direkt zom Zoh jejange. Dä Pitter war enoch als Bräutijam verkleidet jewesen! Jo, dat wor wat! Da han mer uch joot Kölsch jetrunke, rejelrecht jepöttet han mer.
Wie jestern, da worn mer in dä Kneip. Stammdesch, wie jede Meddwoch. Un jetz muss ich repräsentiere! Ich wieß jar nit, wat ich do esu maache soll. Äver dat is mer eijentlich uch ejal. Ich maach dat jetz un wenn et dann nit bald emohl ne Jehaltserhöung jibt, dann hätt der mich ens jesehen, dä Schef. Dä muss uch ehmol jünne künne!
Wo ich hier jerade esu am palavern bin: Wo blievt eijentlich ming Bahn? Ich steh jetz schon zick zehn Minutt an de Bahnhoff erömm! Ejal, ich bin eh schon ze spät. Wat willste maache?!
Maacht et joot, mer sehn uns sischer bald bei nem lecker Kölsch! [ Seitenanfang | Jupps bisherige Auftritte ]

Dennis: Schwätzer, aber sympathisch!

Dennis (21) ist polnischen Ursprungs, aber von ganzem Herzen Kölner. Obwohl er genauso gerne feiernd (und ein klitzekleines bisschen Unruhe stiftend) von einem Auswärtsspiel zum anderen fährt, wie er dramatisierend aufstampft und behauptet, sich in der nächsten Saison bestimmt keine Dauerkarte mehr zu holen, da der FC ihn einfach schon zu oft enttäuscht hätte und sich gerade mal wieder selbst alles verbaue, ist klar, dass genau das nie passieren wird: Dem 1. FC Köln hat sich das ehemalige Wilde Horde – Mitglied einfach mit Leib und Seele verschrieben.
Das ist eines der wenigen Dinge, auf die man sich bei ihm wirklich verlassen kann. Denn generell gilt die Devise: Dennis ist ein Schwätzer. Wenn es um die Planung von irgendetwas geht, und sei es auch nur die nächste Wochenendplanung, dann darf man sich einfach nicht auf ihn verlassen. Egal, ob er mitplant und sogar die Idee zu etwas liefert, ob er mit großer Begeisterung verspricht, auf jeden Fall dabei zu sein, ob er schon vor Wochen für ein bestimmtes Wochenende zum Trinken, Grillen oder Filmegucken zu sich eingeladen hat oder auch einfach nur zusagt, irgendetwas besorgen zu können – am besagten Tag bedeutet dies alles nichts mehr, und wenn man wirklich etwas mit Dennis unternehmen will, sollte man ihn frühestens eine Stunde vorher fragen. Spontan sagt Dennis alles zu und wenn es wirklich um die gerade aktuelle, konkrete Situation geht, dann ist er auch wirklich dabei („Zitat: Bin ich dabei!!“). Je länger man ihm jedoch die Zeit zu überlegen gibt, desto kreativere und obstrusere Ausreden kann man erwarten, so hört man beispielweise oft von spontanen Todesfällen in der polnischen Verwandtschaft (ich bin mir sicher, seine Großtante ist mittlerweile schon dreimal gestorben…), von spontanen Strengeanfällen seiner Eltern (die ihm eigentlich alles erlauben), von seltenen Krankheiten oder auch einfach nur von groooßem Geldmangel (da fragt man sich doch, wo das Geld denn bleibt, das Dennis, der noch bei seinen Eltern lebt, keinen Unterhalt zahlt und in seiner Freizeit von seinem Vater großzügig unterstützt wird, in seinem dritten Ausbildungsjahr bei Bayer verdient).
Man kann deshalb aber nicht sagen, dass Dennis ein schlechter Freund ist. Egal, wie lange man sich nicht gesehen hat; Dennis schafft es immer, eure Freundschaft vor anderen und sogar vor dir selbst als unwahrscheinlich intensiv und wichtig darzustellen, indem er zum Beispiel gerne von gemeinsamen Erlebnissen und eurer ausgiebigen Vergangenheit schwärmt. Zwar übertreibt er wie bei allem, was er sagt und tut, auch dabei maßlos, aber er tut es auf eine ungemein sympathische Art und Weise – man kann ihm seine übertreibende Art nicht übelnehmen, dafür ist sie einfach viel zu herzlich und positiv gemeint. Und wenn man wirklich jemanden zum Reden braucht, kann man immer einfach bei Dennis vorbeigehen und das eigene Herz ausschütten – und darauf bauen, dass er einem nicht nur zuhört, sondern mit einer eigenen, wahrscheinlich wieder einmal nicht ganz wahrheitsgetreuen, aber wie immer sehr unterhaltsamen Geschichte mithält. [ Seitenanfang | zur Abstimmung ]

Yves: Wunderkind mit Plastik-Bagger

Yves – sprich: „Iffes“ (kölsch) – ist 4 und ein Wunderkind. Eigentlich ist er sehr schlau und rechnet so schnell im Kopf wie nicht mal sein Großvater wenn der seine Jahre in der JVA Ossendorf zusammenzählt. Und Yves ist geschickt: In einem Mordstempo vermag er den mit seinem kleinen Plastik-Bagger den Garten der Nachbarn umzupflügen; und wenn er mit Murmeln nach der Nachbarskatze oder der kleinen Nancy Michelle von gegenüber wirft, ist fast jeder Schuss ein Treffer.
Trotz seiner unglaublichen Veranlagung deutet alles daraufhin, dass er in die Fußstapfen seinen Eltern – das sind der dem Alkohol zugeneigte Andi und die sich dem hemmungslosen Schreien verpflichtet fühlende Lucy – treten wird. Gemeinsam mit Yves wohnen die beiden im Hinterhaus, wofür sie als Gegenleistung das Treppenhaus sauberhalten und den kleinen Garten verkommen lassen.
Immer wieder pflügen sie die vier Quadratmeter Erde bis zur Unkenntlichkeit um und verfallen in hemmungsloses Schnauben und Schimpfen, wenn doch wieder Unkraut nachwächst (etwa, weil der Nachbarsjunge Jan dort des nachts heimlich Rasen-Saatgut vom Baumarkt auskippt, um Andi und Lucy eins auszuwischen).
Andi und Lucy haben es also nicht so weit gebracht – und wenn nicht irgendetwas Wundersames passiert und sich die Mutter der gut erzogenen Nancy Michelle seiner annimmt, dann wird auch ihr Sohn Yves irgendwann dort landen, wo sein Großvater die meiste Zeit seines Lebens zugebracht hat: Hinter Gittern. [ Seitenanfang | Dennis‘ bisherige Auftritte ]

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